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Diagnose
Der Hörer noch warm
Fassungslose Hoffnungslosigkeit
Es ist Bösartig
Freunde anrufen
Die keine sind
Wie sich später herausstellt.
In den Wald mit dem Hund
Keinen Tannenbaum |
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Schutz
Das Kind drückt sein Gesicht in
die Schürze seiner Mutter
Die Mutter ist weich und warm
und passt auf es auf
Meine Mutter lebt nicht mehr
Der Vater hat breite Schultern
die es beschützen
Mein Vater ist tot |
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Nacht
Ich sitze am Fenster schaue in die Nacht
Vollmond
Wolkenjagd um den Mond
zumindest scheint es so
Die Welt hat sich verändert ich habe Krebs
Alles dreht sich.
Nur ich stehe still
So still
Bin leise
Die Autos auf den Straßen noch rot und blau und grün
oder gelb
Schnee liegt in der Luft
Ich weine |
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Die andere Seite
Ich steh auf der anderen Seite
Ich wollte mein Leben lang woanders stehen
aber nicht bei den Kranken
Der Schutzengel trägt ein Kleid aus lila Samt
Mit weißer Litze am Saum
Die Flügel aus Holz
Er liegt im Koffer auf den Schlafanzügen
Ich hänge ihn im Krankenhaus an das Gestell mit den Infusionen
Zum Beschützen
Während das Gift in meine Adern läuft
Zellgift
Nicht vorstellbar und dennoch ist es so
Strahlenklinik |
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Seasons in the Sun
Wir liegen zu dritt auf dem Bootsdeck
Drei Mädchen
Freundinnen
Es werden nur Tränen vergossen wenn wir lachen
Planken aus Teak
Côte d´ Azur
Die Sonne heiß und köstlich.
Auf dem Bauch das Meer im Blick
Eine Kippe nach der anderen
Wein aus der Flasche
Nasses Haar
Geblähte Segel Wind so süß
Träumen
Ich liege auf dem Bauch das Brett ist aus Kunststoff
das Gerät im Blick
Zahlen
Steriler Raum
Kacheln bis zur Decke
Bleitüren die sich schließen
Allein
Wie eine Kreissäge von Ferne
Strahlen
Still liegen ganz still
Aushalten
Die Prozedur jeden Tag
Jeden Tag
The birds are singing in the sky |
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Nebenwirkungen
Habe nicht geweint
Mich zusammengenommen
Den ganzen Willen
Sah ganz normal aus
Stundenvortrag
So viele Worte
So viele Nebenwirkungen
Klang wie ein Gedicht
Ohne Pathos der Arzt
Keine Betonung
Eine Litanei
Mehr Mühe für mich
Habe ihn unterbrochen
Leichte Worte.
Im Keim erstickt
Habe nicht geweint
Gezittert
So gezittert |
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Hoffnung
Schmerzen im Gesicht
Keine Rede von Seele
Morgen vielleicht
Besserung
I`n shalla bukra
Zimt unter all dem Staub
Mint und rosa die Türen
The true color
Dont be afraid |
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Straßenkinder
Sechs Uhr morgens Paris
Eiffelturm
Amerikaner haben uns in ihrem Auto
mitgenommen abends in Spanien
aufgelesen an einer Straße
Staub
Geschmack von Bananenlikör auf der Zunge
Meine schöne Freundin mit blondem Haar
und der großen Sonnenbrille
Frankfurt-Madrid-Paris per Anhalter
Kaputte Jeans
Die Gesichter voll Lachen
Mutige Mädchen
So gelebt
Sie schaut nicht besorgt
Fragt: Weißt du noch
Schaut auf den Engel
Ihr schafft das schon |
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Herz im Sand
Ich habe dich so geliebt
Dir ein Herz in den Sand gemalt
Sterne in Körben gesammelt
Vor dein Haus geschleppt
Mich geschunden
Nur um die Deine zu sein
Gelitten wie Hund
Als du mich verlassen hast
Das Herz gebrochen
Zerschmettert
Unheilbar
Nicht zu kitten
Keine Überlebenschance
Ohne dich |
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Tropfen
Ich steige aus dem Wasser
Tropfen auf meinem Körper
Der Waldsee
Nackt
Der Student und das Mädchen
Ich
Verliebt in den Sommer
Er küsst mir die Tropfen weg
Einen nach dem anderen
Die ganze Nacht lang
Ich will die Tropfen nicht sehen
Schau nicht auf die Beutel mit Flüssigkeit
Es tropft in meinen Körper
Ich spüre nichts
Nicht normal
Ich werde es später spüren
Nicht jetzt |
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Schatz
Fünf Tage und fünf Nächte
Haben wir uns geküsst, gestreichelt und geliebt
Gelacht
Soviel Glück
Kerzen im Bad
Gegessen im Bett
Nicht vor die Tür
keinen Fuß
Geredet und geredet
Nur schön
Fünf Tage und fünf Nächte
Immer zusammen
Verschlungen geschlafen
Haut an Haut
Geruch an Geruch
Lippen auf Lippen
Hand in Hand
Fünf Tage und fünf Nächte
So kurz
Fünf Tage und fünf Nächte Chemotherapie |
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The red Sea
Kein Wartezimmer vor den Bestrahlungsräumen
Ein Gang
Ein Ständer für die Mäntel
Stühle
Tägliche Überwindung
Das Schild ANMELDUNG wie eine Drohung
Darunter das Foto einer Katze
Braun rot schwarz
Warten
Ich sitze auf der Düne und sehe wie die Sonne
im Meer versinkt
Jeden Abend warte ich auf den Sonnenuntergang
Der Sand makellos, wie meine Haut
Im Bauch das Kind
Talal
Unwiederbringliche Glückseligkeit
Der Kaftan verblichen
Blassrosa.
Seide
Das Haar zu Zöpfen geflochten
Die Katze wälzt sich im Sand
reibt ihren Kopf an meinen nackten Füßen
schnurrt.
Braun rot schwarz
Der Radiologe ruft meinen Namen.
Ich bin dran |
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Papa
Ich stehe am Fenster
Schnee fällt
Das Bewusstsein dass Winter ist
Erst jetzt
Fallender Schnee lautlos wie Frieden
Der Schnee knirscht unter unseren Tritten
Muster
Der gefrorene Bach
Tannen
Ein Stück Himmel
Blau
Rehe füttern
Die Lichtung
Er legt den Finger auf den Mund
Lächelt nur mit den Augen
Leise sein
Ich bin so leise
Bin an den Apparat gefesselt
Der Tropf mit der Pumpe
Bin klein wie ein Kind
Ich stehe am Fenster
Es schneit
Der Blick aus der Klinik |
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Geliebter Bruder
Weißt du noch damals
Unter den Laternen
Der Schnee so glatt wie Eis
Holzschlitten
Du trugst eine Pudelmütze
Was ich trug weiß ich nicht mehr
Die Straße so steil
Rauf und runter
Augenglanz
Gekicher
Die Sterne mit auf der Fahrt
Wir dürfen draußen bleiben
Winternacht
Sternstunden
Nur das
Du sagst: Möhrchen passiert
Mit Zucker.
Löffelchenweise
Ganz wenig
Für den kranken Darm
Eine Salzstange mehr nicht
Keinen Tee
Wasser mit Salz
Tagelang
Rauf und runter
Die Krankheit so steil |
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Freunde
Jemand ruft an
Wie geht es dir
Danke gut
Wirklich
Ja, die Prognosen sind gut
Wer sagt das
Die Ärzte
Die Ärzte lügen doch
Der Krebs ist weg
Das bildest du dir ein
Die Ärzte sagen es
Die Ärzte lügen doch
Ich hänge ein
Jemand ruft an
Du bekommst einen Behindertenausweis
Nein
Doch Alle bekommen den
Das stimmt nicht
Doch Alle
Es ist ungerecht
Ihr könnt direkt vor dem Kaufhaus parken
Ich hänge ein
Jemand ruft an
Es ist so schrecklich dich zu besuchen
Kein Parkplatz
Der Hund im Auto
Das Krankenhaus so hässlich.
Ich kann den Geruch nicht ertragen
Ich kann dich nicht besuchen
Ich hänge ein
Die Spreu trennt sich vom Weizen |
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Das Mädchen auf der Schaukel
Schwerelose Träume
Nackte Beine braun
Das Licht
Das Licht zwischen den hohen alten Bäumen ist grün
Das Gefühl es selbst zu sein ganz stark
Auf der Schaukel
Der Platz unter den Bäumen
Ihr Platz
Der Blick auf den See
Der Spielplatz verwaist
Die Schaukel still
voll Schnee das Brett
Jahre dazwischen
Erwachsen geworden
Angst wie ein Kind
Die Ampel schaltet auf grün
Nie mehr Strahlenklinik |
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Die Bank
Landstraße
Die Füße voll Teer
Zaragoza irgendwo
Kein Auto
Olivenbaumfelder
Eine Bank alt und schäbig
Gerade recht
Siesta auf dem Lande
Warmer Wein
Eine Zigarette für Zwei
Die letzte
Kostbar wie Gold
Zug um Zug
Olivenzweige im Haar
The summer of sixty nine
Die Dosis einmal täglich
Zur Klinik vorbei an der Bank
Voll Schnee
Auf der Rückseite ein Schild
Eigentum der Universitätskliniken |
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Kindersommer
Das Geschrei der Frösche
Der nahe See
Barfuss durchs Gras
Taunass
Nur im Hemd
Morgenruhe
Die Füße im See
Mit einer Dose auf Froschfang
Kleine Quappen
Allein auf der Welt
Libellen im Sturzflug
Zartlila und mint
Zeit steht still
Keine Zukunft |
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Katzen
Hinter der Küche in Tripolis
Fünf Stufen
Der Garten wild und schön
Weinlaub
Orangen und Zitronenbäume
Granatäpfel
Brüchiger Gartenschlauch
Kaum Wasser.
Hohe Mauern.
Katzenfütterung
Zerzauste
Einäugige
Schwanzlose
Warten.
Jeden Tag |
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Körperteile
Sehen alle gleich aus
Haben alle den gleichen Blick
Alter zählt nicht.
Geschlecht
Die da auf den Stühlen
Wir
Gezeichnete
Eng verbunden und doch namenlos
Weiß keinen einzigen
Die Brust
Der Darm
Die Leber
Die Lunge
Gestern habe ich die Brust wiedergesehen
Sie trug noch die Perücke
auf der anderen Seite der Straße
in der Stadt
Sie winkte mir zu und rief:
Die Haare wachsen wieder
Sie sah sehr glücklich aus |
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Du
Deine Hände gefielen mir am besten
Gleich auf den ersten Blick
So schöne Hände
Du hast mich gefragt nach ein paar Tagen
Ich habe gesagt es sind deine Schultern
sie sind so breit
zum Anlehnen
Wer so was braucht
Ich bin so stark
Unverletzbar
Dachte ich
Dachte viel
Alles falsch
Brauche deine Schultern
Deine Hände
Deinen Trost
Dich
So sehr |
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Eine Reise von Vielen
Frankfurt Flughafen
Zuviel Schnee
Übergepäck und Verspätung
Weihnachtstag
Tränen in den Augen
Das Kind im Korb
Schreit
Paar Tage alt.
Zurück in die Wüste
Amman
Jordanien
Menschengewimmel
Das Kind schreit
Geplatzte Koffer
Das Rollband voll Windeln
Keiner hilft
Alles Araber
Eine Reisegesellschaft
Aus Österreich
Mit Tropenhelmen
Schnee in Amman
Das Flugfeld gesperrt
Kein Weiterkommen
Später mit Bussen
Über die Berge
Alte Vehikel
Das Kind schreit
Der Wunsch nach Schlaf
Am Wegesrand Ziegen
Die Reisegesellschaft filmt
Blauer Himmel am Hafen
Aqaba
Zu Fuß über die Grenze
Übergepäck
Durchsuchungen
Sein Auto auf der anderen Seite
Zu Hause in
Saudi Arabien
500 km durch die Wüste
Milch für das Kind
Sterne am Orienthimmel
Kein Gedanke an Schlaf
Augen weit auf
Sterne trinken
Das Kind schläft
Ankunft
Die Häuser hinter der Düne
Ich bin zuhause
Auf der anderen Seite
Der Welt |
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Ein Sommertag
Die Hitze ist köstlich
Meine Zöpfe wie nasse Schlangen
Ich liege auf dem Rücken.
treibe
im roten Meer
winziger Tintenfisch
buttergelb
Goldene Fische
Neben mir
Korallen in rosa
Unter mir
Bizarre Gräser
Das Wasser ist kühl
Die Sonne heiß
Auf meinem Gesicht
Kein Mensch weit und breit
Alleine im Wasser treibend
An einem Mittag
Vor einem Camp
In Saudi Arabien
Damals
Wird nie vergessen
Lektüre für schlechte Tage
Wird hervorgeholt
Jetzt |
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Sternstunden
Ich liege im Bett
Du machst Musik
Träume
Ich liebe dich
Zu Ende die Kletterei
auf den Berg
Lese Bücher von früher
Lieblingsbücher
Raining days are over
Soll so bleiben
Immerdar
Die Frösche schreien wieder
vom nahen See |